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Heringsfängermuseum Heimsen

Heringsfänger im Binnenland? Fernab der Küste, an der Mittelweser? Das scheint auf den ersten Blick widersinnig. Doch das größte zusammenhängende Wohngebiet deutscher Heringsfänger, im Städteviereck Minden – Stolzenau – Stadthagen – Bückeburg, erzählt eine andere Geschichte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, etwa am 1650, fehlte es auch an der Mittelweser an Arbeitsstellen. Handwerksbetriebe und Höfe konnten nicht genügend arbeitsfähige Männer beschäftigen. Aus dieser Not heraus entstand die so genannte „Hollandgängerei“. Aus zahlreichen Gemeinden zogen die Männer zum Geldverdienen nach Holland und machten so erste Bekanntschaft mit dem Heringsfang.

Die Heringsfänger lebten im Jahr gut fünf Monate in der Heimat und verbrachten den Rest auf See. Diesem Umstand verleiht das Museum architektonisch mit zwei getrennten Bereichen Ausdruck.

Das Haupthaus präsentiert die berufliche Welt der Heringsfänger, indem hier u. a. der Ablauf einer Fangfahrt, die „Logger“ sowie Fangmethoden erläutert werden. Die Abteilung „Katastrophen auf See“ gedenkt in drei Räumen der über 500 Hochseefischer, die in Ausübung ihres Berufs auf See geblieben sind. Ergänzt wird sie durch eine Gedenkstele im Museumshof in Form einer aufrecht gestellten Kurbelwelle eines Sechszylinder Schiffsmotors.

Im Museumshof als dem zweiten Bereich wird in drei Fachwerkshäusern die „Heringsfängerheimat“ gezeigt. Besucher erhalten Einblicke in die maritime Kultur im Binnenland, die Trachtengebiete des Heringsfängerlandes und in soziale und wirtschaftliche Beziehungen hiesiger Heringsfänger, die aktiv noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts anzutreffen waren und für deren Ruheständler und Angehörigen das Museum alljährlich im Oktober den „Tag des Heringsfangs“ feiert. Das breitere Publikum freut sich zudem auf die „Matjestage“ im Frühjahr.

Kontakt

Heringsfängermuseum Heimsen
Am Mühlenbach 9
32469 Petershagen
Telefon: 05768 941855
E-Mail oder Kontaktformular
Internet: www.heringsfaengermuseum.de